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Die 9 Kreise der Hexe Antra

Eine Konzept-Ausstellung als gemeinsames Pegasus-Projekt von Otmar Alt, Jean Marie Bottequin und Gerd Scherm: Bilder, Keramiken, Glasobjekte, magische Artefakte, Lyrik.

Hexe AntraFür uns ist der weitläufige Begriff „Hexerei" Teil unserer uralten Traditionen. Es sind dies die Reste einer archaischen schamanischen Gesellschaft, in der das Wirken der Natur für Geist und Körper und der sog. „Volkszauber" eine große Rolle spielten. Durch die Veränderungen in Politik und Glaube, vor allem letzteres von ersterem streng verordnet, verloren Schamanen nicht nur ihren gesellschaftlich angestammten Platz, sondern oft auch ihren Kopf.

„Hexenkunst" spricht, bei allen naturheilkundlichen Aspekten wie Salben und Tränke, in erster Linie das Gefühl an. Gerade dieser nicht wäg- und messbare Bereich der Gefühle macht es für viele so schwer verständlich, „was denn da eigentlich passiert".

 

Hauptaufgaben des Schamanen oder der Hexe waren gleichermaßen die Linderung körperlicher Leiden und - gleichrangig - die Hilfe bei psychischen Beschwerden.

 

Einer Bäuerin, die an Angstzuständen litt, half ein entsprechendes Amulett, das sie schützte. Heute verabreichte Psychopharmaka helfen vielleicht auch, aber die körperlichen Nebenwirkungen sind sicher größer als bei einem Amulett. Ein Bauer, der ein Wettermesser warf, um sich vor Unwettern zu schützen, erzielte damit sicher keine Klimaveränderung, aber er hatte zumindest das Gefühl, etwas getan zu haben gegen sein Ausgeliefertsein gegenüber den Naturgewalten. Besser etwas tun, das nicht hilft, als Nichtstun und alles Hinnehmen. Das hilft zumindest der Psyche der eigenen Hilflosigkeit zu begegnen. Wenn der „liebeskranke" Mann mit magischer Hilfe seine Angebetete für sich stimmen will, dann mag dies auf den ersten Blick lächerlich anmuten. Wenn er aber glaubt, dass sie ihm durch den Zauber nun gewogen sei, fällt es ihm leichter sie anzusprechen und vielleicht Erfolg zu haben. Klar hätte sie ihn auch ohne den Zauber erhört, aber ohne Zauber hätte sie ihn gar nicht hören können, weil er ohne diesen gar nicht gewagt hätte, sie anzusprechen.

 

Als Träger unserer Arbeit wählten wir eine Art imaginäres „lebendiges Buch". Ein begehbares Buch mit neun Kapiteln, die wir „Kreise" nannten. Es ist ein „Buch", das sich selbst darstellt, das „Seite" für „Seite" bevölkert ist mit Menschen und Fabelwesen, die dem Unterbewussten und der Fantasie entstammen. Ein „Buch", das von Liebe und Schmerz, von Hoffnung und Angst erzählt, von alltäglichen Niederlagen und täglichen Siegen. Und davon, wie man versucht, das eine zu erreichen und das andere abzuwenden. Es ist ein „Buch", durch das wir gehen können und von dem wir viele Seiten in uns tragen, oft ohne es zu wissen. Und wenn wir spüren, dass dieses „Buch" in uns ist, wagen wir meist nicht, es zu öffnen. Aber da es ein lebendiges „Buch" ist, schlägt es sich manchmal ganz von selbst auf. So wie jetzt.....       

 

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